MS ASTOR  &  MS ASTORIA

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                      Ms ARKONA - GESCHICHTE

Dezember 1978:

Der Bau des Schiffes mit Billigung des Senats grundsätzlich beschlossen.


Anfang 1979:

Beginn der Verhandlungen über den Bau zwischen der HADAG und der Werft HDW.

                       

6. Februar 1979:

Die HADAG schreibt an HDW, sie wolle den Neubau in Auftrag geben.

 

12. Februar 1979:

HDW reserviert im Werk Ross den Bauplatz für das Schiff.

 

15. August 1979:

Einigung der Vorstände von HADAG und HDW über technische Konzeption, Ausgestaltung, Preis,

Zahlungsbedingungen und Lieferzeit.

 

15. August 1979:

Die HADAG legt eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, die von Senat und Aufsichtsrat gebilligt wird.

 

12. September 1979:

Die HADAG unterrichtet die Werft, dass der HADAG Aufsichtsrat dem Projekt weiter "grünes Licht"

gebe und dass der Endbeschluss am 23. Oktober gefasst werden soll...

 

Ende September bis Anfang Oktober 1979:

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion befasst sich mit dem Kreuzfahrtschiff und äußert plötzlich grundsätzliche

Bedenken gegen die Absicht der HADAG, künftig Kreuzfahrten zu veranstalten.

 

23. Oktober 1979:

Die Einwendungen des SPD-Vorstands führen dazu, dass Senat und HADAG -Aufsichtsrat die Bestellung

des Schiffes bei HDW davon abhängig machen, dass sich eine erfahrene Touristik-Organisation an der

Gesellschaft, die das Schiff betreiben soll, beteiligt.

 

23. Oktober 1979:

HDW macht unter Hinweis auf Erklärungen und Zusagen des Senats darauf aufmerksam, dass eine

Nichtbestellung... bei HDW Hamburg... Kurzarbeit auslösen würde.

 

2. November 1979:

Der HDW-Aufsichtsrat räumt der HADAG für die Bestellung eine letzte Frist bis Ende November ein...

 

8. Dezember 1979:

Es ist soweit - "Bild Hamburg" schreibt unter der Schlagzeile "HADAG, TUI, Reemtsma retten Hamburgs

Musikdampfer". "Hamburgs neues Flaggschiff wird gebaut. Denn zwei Riesen steigen neben der HADAG ein.

Besonders gefördert wird das Projekt MS ASTOR  vom TUI-Vorstandsvorsitzenden Paul Lepach und seinem

Reemtsma-Kollegen Dr. Horst Wiethüchter.

 

16. Dezember 1980:

Über 6000 Hamburger sind zur ASTOR  Taufe auf das HDW Gelände gekommen. Taufpatin Ilse

Wiethüchter, Gattin des Reemtsma-Vorstandsvorsitzenden, sagt den Taufspruch:

 

„Ich gebe Dir den Namen eines wagemutigen, einfallsreichen, bedeutenden und erfolgreichen Mannes, der

unvergessen ist und mit dem sich auch heute noch für alle das Besondere verbindet.
Ich taufe Dich auf den Namen ASTOR und wünsche dir, Deinen zukünftigen Fahrgästen, Deinen Offizieren

und Mannschaft sowie Deiner Reederei für alle Zeiten viel Glück und in jeder Weise
mindestens drei Fuß Wasser unter dem Kiel.“

 

Um genau 10.47 Uhr zerplatzt das Flaschenglas am grünblauen Wulstbug.

 

 

 

21. Mai 1981:

Ein Brand erzeugt eine Chemische Reaktion bei den Ausrüstungsgegenständen. Das Atlantik-Deck muss

neu eingerichtet werden. Die geplante Jungfernreise am 22. August 1981 wird abgesagt.

 

24. November 1981:

Es ist soweit, MS ASTOR geht zum ersten mal auf Reise, zur dreitägigen Probefahrt in die orkan

aufgewühlte Nordsee. MS ASTOR absolviert das Programm wunschgemäß.

 

04. Dezember 1981:

Ablieferung

 

12. Dezember 1981:

vollausgerüstet geht es auf die erste Gästefahrt mit 600 Prominenten aus Politik, Wirtschaft und Showbusiness.

Zuvor gab es eine Fahrt für Mitarbeiter der Firmen HDW, HADAG, Kymo, Reemtsma und TUI - als Dank,

stellvertretend für alle, die engagiert mitgewirkt hatten.

 

17. Dezember 1981:

Die Überführungskreuzfahrt - der erste richtige Test unter Kreuzfahrtbedingungen absolviert MS ASTOR auf

einer fünftägigen Fahrt von Hamburg über Le Havre nach Malaga - mit 500 Gästen von der Reederei,

Reemtsma und TUI an Bord.

 

23. Dezember 1981:

Jungfernreise

Geht ein Schiff auf seine erste Reise, so bedeutet dies immer "großen Bahnhof". Dieser Abschied findet

unter den Klängen einer Kapelle statt. Oftmals verbindet sich damit ein beachtliches Medienspektakel.

Zu den winkenden, papierschlangenwerfenden Passagieren an Bord gesellten sich viele Schaulustige an der Pier.

So war es in Hamburg und in Genua. Doch gerade dieser "Großbahnhof für Passagierschiffe" ist für derartige

Anlässe bekannt. Das Kommen und Gehen von Luxuslinern aus aller Herren Länder gehört hier zum

gewohnten Bild. Wenn sich nach dem Loswerfen der letzten Leine der weiße Schiffskörper langsam in das

Fahrwasser des Hafens bewegt, der Lotze auf Außenreede das Schiff verlässt und die letzten Umrisse des

Hafens irgendwann ganz am Horizont verschwinden, beginnt endlich das Abenteuer auf See.

Jetzt wird für viele Gäste ein Traum wahr.

Der Seebetrieb rund um die Uhr pegelt sich ein, und der zahlenmäßig größte Bereich des Schiffes,

der Hotelkomplex, um den sich zum Wohle der Gäste alles dreht, läuft auf Hochtouren. Köche und Konditoren

stehen miteinander im Wettstreit, um das unmittelbar bevorstehende Weihnachtsfest mit einem würdigen

Galadinner und gleichzeitigem Kapitäns-Willkommens-Essen zu beginnen. Hochbetrieb herrscht auch im

Beauty-Salon, wo sich so manche Dame noch schnell zu einer Astor-Kreation entschließt.

Auf der festlich hergerichteten Astor zeigt sich bereits der erste Tag auf See im Nonstop-Partyglanz.

Heiligabend und das festliche Begrüßungsessen des Kapitäns fallen diesmal zusammen. Bei weihnachtlich

gefühlvollen Melodien aus den Deckenlautsprechern promenieren bereits die ersten Gäste auf dem Schiff umher.

Ab 18.00 Uhr wird der Kapitän jedem seiner Gäste vor der Main-Lounge, dem großen Gesellschaftssaal,

persönlich begrüßen. Die Damen tragen lange Garderobe, die Herren meist Smoking oder Dinnerjackett.

Der eigentliche Begrüßungscocktail, das Anstoßen  auf eine angenehme und erlebnisreiche Reise, erfolgt

gemeinsam mit Schiffsleitung und Kreuzfahrtteam vor dem Publikum auf der Show- und Tanzfläche.

Hat der Kapitän seine leitenden Offiziere und der Kreuzfahrtdirektor seine Reiseleitung vorgestellt,

wird noch einmal gemeinsam auf eine angenehme und erlebnisreiche Reise das Glas erhoben. Schneller

Szenenwechsel. Das festliche Galadinner hat begonnen. Am Kapitänstisch haben acht Gäste Platz genommen,

die es durch den "Hausherren" Krüger bei kulinarischen Köstlichkeiten gut neunzig Minuten zu unterhalten gilt.

Doch in  diesem Fall ist es nicht nur eine angenehme, sondern auch leichte Aufgabe, denn alle von ihnen

sind selbst in der Unterhaltungsbranche prominent. Da sitzt Pianist Paul Kuhn mit Begleitung

Ute Hellermann neben Opernstar René Kollo und Schauspielerin Lonny Kellner-Frankenfeld.

Weiterhin sind anwesend das Schauspielerehepaar Nadja Tiller und Walter Giller nebst Tochter Natascha

und Sohn Jan. An einem anderen Tisch sitzen vom Tagesschauteam des Deutschen Fernsehens

Dagmar Berghoff und Jo Brauner, die es sich nicht nehmen ließen, aus dem bordeigenen TV-Studio

etwas Fernsehatmosphäre in die Kabinen zu bringen. Für stimmungsvolle Unterhaltung sorgt Schlagerstar

 Peter Kraus. Eine rauschende Galashow aller mitreisenden Künstler bildet den krönenden Abschluss dieses

Abends. Nur die See im Golf von Lyon während der Fahrt durch das zentrale Mittelmeer war bei steifer bis

stürmischer Brise wenig weihnachtlich gestimmt. So waren die ersten Erlebnisse der Gäste auf See sehr

verschieden. Man musste sich an die grollende See halt erst gewöhnen, allerdings mit der Gewissheit im

Herzen, dass MS ASTOR mit voller Kraft Kurs auf das schöne Wetter zu sonnigen Gestaden hält.

Dieser erste Kulinarische Höhepunkt ließ gleich zu Beginn der Reise manchen Gast feststellen:

Wer bei den unentwegten Hitlisten der Gaumenfreuden nicht standhaft bleibt, verändert schnell sein Gewicht.

Angeblich soll es die Seeluft sein, die unentwegt Appetit macht. Tatsächlich ist es die ausreichende

Zeit an Bord, die aus der Gelegenheit Kalorien macht. Doch einig sind sich alle an Bord:

Entziehen kann man sich solchen "gesellschaftlichen Pflichten" nicht, außerdem hat man dafür

ordentlich bezahlt, und abnehmen kann man wieder mit dem beginnenden Alltagsstress.

Die Jungfernreise wurde ein voller Erfolg, und der Dank dafür war der gesamten Crew gewiss.

 

14. Oktober 1983:

Nach knapp zweijährigem Betrieb hat die Ms Astor Verluste in Millionenhöhe eingefahren.

Die der Stadt Hamburg gehörende Hadag Cruise Line muss deshalb ihr Schiff mit Lieferung 1984

an die South African Marine Corp Ltd in Kapstadt verkaufen.

 

 

7. Februar 1984:

In Hamburg wird die Ms Astor an die Safmarine übergeben. Umbau bei HDW in Hamburg,

jetzt nur noch 530 Passagiere durch Einbau von mehr Suiten.

 

1. April 1984:

Erste Reise nach dem Umbau von Hamburg nach Southampton.

 

1.Juli 1984:

Die Ms Astor wird unter Bahama-Flagge in Nassau registriert, da sie unter Südafrika-Flagge keine

norwegischen Häfen anlaufen dürfte. Für Kreuzfahrten, -und im Winter für den Liniendienst Southampton –

Kapstadt, eingesetzt. Schon nach einem Jahr stellt sich heraus, dass die Maschinenanlage der als

Cruise Liner konzipierten Ms Astor den Anforderungen des Liniendienstes nicht gewachsen ist.

In einem ominösen Dreiecksgeschäft wird die Ms Astor an die DDR verkauft.

 

29. August 1985:

In Hamburg an die Deutsche West Afrika Linie – Hamburg, und unmittelbar danach von dieser an den VEB

Deutfracht/Seereederei, Rostock, übergeben. Hintergrund dieser Transaktion sind zwei Vorteile für

die DDR, die einmal das Schiff im innerdeutschen Handel über Kredit erwirbt und zum anderen kein

Geschäft mit Südafrika zu machen braucht, was ihr aus Gründen der sozialistischen Moral peinlich wäre.

Die laut Presseberichten vereinbarte Gegenleistung der DDR, das Schiff nicht auf dem Westdeutschen 

Kreuzfahrtmarkt einzusetzen, wird schon 1986 nicht eingehalten.

 

29. September 1985:

Nach einem Umbau bei HDW in Hamburg verlässt das inzwischen in Ms Arkona umbenannte Schiff

Hamburg mit Kurs Rostock. Als Ersatz für die außer Dienst gestellte Völkerfreundschaft macht die

Ms Arkona in der Wintersaison Kreuzfahrten für die FDGB und Reisen nach Kuba - In der Sommersaison

Kreuzfahrten mit westlichen Touristen.

 

15. Oktober 1985:

Erste Reise für die FDGB

 

07. Januar 1986:

Auf der Reise nach Kuba gerät das Schiff in schweres Wetter, muss aber laut Weisung der Reederei den

engen Fahrplan einhalten, da der vorgesehene Passagieraustausch in Havanna nicht verschoben werden kann.

Durch die heftigen Schiffsbewegungen ziehen die Hauptmaschinen Luft und bleiben stehen.

Es besteht die Gefahr des Kenterns. Erst nach einiger Zeit gelingt es der Crew, die Maschinen wieder zu starten.

Das Hamburger Abendblatt berichtet über diesen Vorfall – wird aber aus politischen Gründen von Seiten der

DDR heftig dementiert. Von den im weiteren Verlauf der Reise erlittenen Seeschäden (mit Rissen in der

Rumpfstruktur) erfährt die Öffentlichkeit nichts.

 

18. Juni 1990:

Übertragung an die Deutsche Seereederei Rostock GmbH

 

Dezember 1990:

Der FDGB findet kaum noch zahlende Gäste für die Ms Arkona. Seetours wird um Hilfe gebeten,

kann aber kurzfristig auch keine Passagiere finden. Die Kreuzfahrten werden teilweise mit nur 35

Passagieren durchgeführt.

 

20. November 1995:

Werftaufenthalt in Barcelona. Teilweise neue Innenausstattung – ein neues Logo kommt an den

Schornstein (Kranich). Ausflaggung nach Liberia, Heimathafen Monrovia.

 

Februar 2001:

Verkauf an die Astoria Shipping Co.,Nassau, mit Lieferung Februar 2002.

 

09. November 2001:

Brand im Hilfsmaschinenraum nach einem Wendemanöver im Hafen von Mahon/Menorca.

Das Schiff ist manövrierunfähig. Der Brand kann gelöscht werden, es gibt keine Verletzten.

Die Kreuzfahrt endet für die 293 Passagiere nach nur zwei Tagen.

 

11. November 2001:

Reparaturarbeiten in der Werft in Barcelona.

 

14. Februar 2002:

Übergabe in Genua an die zur Transocean-Tours-Gruppe gehörende Käufergesellschaft, der

Astoria Shipping Ltd., Nassau. Kaufpreis 64 Millionen DM

 

20. Februar 2002:

Taufe in Nizza auf Ms Astoria

 

20. Februar 2002:

Premieren Reise unter Transocean Tours  

 

1. März 2007

Die Astoria wechselte von der Astoria Shipping Ltd. (Nassau/Bahamas)
zu Club Cruise Entertainment and Travelling Services Europe. Für Transocean Tours ist
durch die neue Zusammenarbeit mit Club Cruise auch weiterhin gesichert, dass die »Astoria«
wie bisher geplant bis 2011 in Vollcharter bleibt und das Schiff mit der bisherigen
guten Qualität vermarktet werden kann.

 

08.01.2008:

Das erste deutsche TV-Traumschiff legt im kommenden Dezember zur letzten großen
Fahrt für Transocean Tours ab. MS »Astoria« wird die Flotte des Bremer Kreuzfahrt-Spezialisten
verlassen und geht zum Abschied auf Welttournee.                                                                                                                                                                                                                                             Die »Astoria« kann rund 20 Prozent weniger Passagiere als das Schwesterschiff »Astor« aufnehmen.
Bei den aktuell erheblichen Steigerungen der Betriebskosten, beispielsweise des Treibstoffes, blieben
aus Sicht des Bremer Veranstalters nur deutliche qualitative Abstriche am Produkt als Sparpotenzial
übrig, was vom Markt dann nicht angenommen würde. „Unsere Entscheidung ist mit viel Voraussicht gefallen“, so Peter Waehnert. „Neben dem Faktor steigender Betriebskosten steht zudem eine vergleichsweise hohe Charterrate.“

124-tägige Weltreise und zwei Gala-Fahrten

„Die »Astoria« ist ein hervorragendes Schiff und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Transocean Tours sowohl in 2006 als auch in 2007 Rekordumsätze erzielte. Deshalb ein großes Dankeschön an die sehr gute Besatzung, die zum Abschied der »Astoria« sicherlich nochmals ein Glanzlicht setzt“, verspricht Peter Waehnert.

Die 124-tägige Abschiedstournee startet am 30. November 2008 in Nizza. Höhepunkte der letzten Weltreise werden die Passage durch den Panama-Kanal, neue Traumziele in der Südsee und erstmalig Besuche in Taiwan und China sein. Die gesamte Weltreise bietet Transocean Tours für 10.020 Euro an, einzelne Routen bereits ab 2.595 Euro. Im April 2009 folgen noch zwei Gala-Fahrten durch das Mittelmeer und das Schwarze Meer, ehe die Flagge der Bremer vom Bug verschwindet.

 

Juli 2008:

Der Rock´n´Roll schlägt hohe Wellen. Im November geht das Kreuzfahrtschiff MS »Astoria«
auf Zeitreise und die Musik der 60er Jahre wird an Bord das Kommando übernehmen. „Golden Sixties“,
unter diesem Motto drehen Musiker, Kursleiter und die Mannschaft der »Astoria« für zwölf Tage die Zeit zurück. Die Route führt ab Nizza über Barcelona, Casablanca, die Kanarischen Inseln und Madeira zurück nach Nizza.

 

 

 

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